TL;DR: Bernard Heilmeier ist kein KFZ-Meister, ein Lamborghini fährt auch ohne Auspuff und ich sehe plötzlich alles in Orange.

Dann hatte ich die Möglichkeit beim "Regensburger Porsche Spezialist" mitzuarbeiten und es dann zu übernehmen.

Bernhard Heilmeier und das dazu gehörige Heilmeier Motorsport hatte keinen Meistertitel und die Handwerkskammer hat Druck gemacht. Ich sollte erst ein Jahr lang mitarbeiten und dann den Laden übernehmen. Nicht Missverstehen: Heilmeier Motorsport war ein Ein-Mann-Betrieb und in der Werkstatt stand eine Hebebühne. Die Werkstatt war sauber und aufgeräumt aber zum Sch...en musste man zum Nachbern gehen. Bernhard Heilmeier hatte eine Ruf in Regensburg. Er war der Mechaniker vom dem "Walter Röhrl" als dieser noch mit Porsche unterwegs war.

Vertrag und Ablöse ausgehandelt und ich stand ab Januar 2000 mit "dem" Bernard Heilmeier in der Werkstatt. Was ich in diesem Jahr in der Werkstatt erlebt habe darf ich hier nicht sagen und beschreiben und ausserdem glaubt es mir sowieso keiner. Es war Bernard Heilmeier, der Mann der Walter Röhrl - die Regensburger Legende noch vor dem Papst - erst schnell gemacht hat.

2003 war das Schicksaljahr in meiner Selbständigkeit. 2 große Rechnungen sind nicht bezahlt worden. Jeder woltte Geld von mir und ich hatte irgendwie keins. Führerschein musste ich auch abgeben und irgendjemanden bin ich auf den Schlips getreten dann ich wurde dann auch noch verpfiffen das ich trotzdem mal gefahren bin. Dazu noch Ärger mit den Frauen (war hauptsächlich meine Schuld) und eine artielle Verschluß im Bein, der irgendwie meine ganze Zukunft bestimmt hat. Die Ausfallzeit war nicht schlimm. Allerdings wurd bei der Untersuchung dann festgestellt , dass ich eine Anorisma direkt am Herzen an der Hauptschlagader habe. Drei Profs in drei verschiedene Krankenhäuser haben mir versprochen, das ich einen Riss dieses komischen Anorisma nicht überleben werden. Wie hat es der Arzt in der Uniklinik so schön formuliert: "Wenns reisst und es wird reissen, bin ich tot bevor mein Körper am Boden aufschlägt. Dem war wohl nicht so, aber dazu später mehr.

Eine OP war nur bei den Ärzten eine Thema, bei mir zur der Zeit nie. Chirugen sind Sadisten und wollen immer an einem rumschneiden. Aus Berichten von Freunden und Bekannten wurde mir sehr schnell klar, das nach dieser OP nichts mehr so wäre wie vorher. Ein paar Tage am Beatmungsgerät verändert irgendwas im Körper und nichts ist wie vorher. Ich kann das jetzt bestätigen.

Aber ich hab mich durch 2003 durchgekämpft. Auch mit Unterstützung von chemischen Produkten, die wirklich glücklich machen. Ende des Jahres wurde dann alles langsam besser, Führerschein hatte ich immer noch keinen aber zumindest war alles so geregelt, dass der Führerschein nicht mehr so wichtig war.

2004 begann dann meine 0range Phase, die bis heute anhält. Eigentlich wollte ich vernünftig werden und habe mich beim örtlichen BNW Dealer umgesehen. Ich wollte mir die nagelneue BMW GS1200 bestellen. Alles ausgehandelt und Vertrag fertig zum unterschreiben. Letzte Frage von mir: "Ich brauch noch ein Navi." Verkäufer grinst: "Ich muss dir was zeigen." In der Werkstatt stand dieses orange Wunderwerk der Technik Man muss dazu sagen: Die BMW Vertretung und der KTM Vertragshändler gehörten beiden dem Kronseder - einer der Söhne von der jetzigen Krones AG. Die Gschäfte waren mehr ein Hobby und die KTM war auf den Chef zugelassen. Das Ding hat mir so gut gefallen, dass ich die geile KTM statt der langweilige GS gekauft habe. Hab es nie bereut. Auch nicht während oder nach der ersten Ausfahrt zum Gardasee. In Riva del Garda hat zum ersten Mal die Ölkontrolle aufgeleuchtet und 10 km vor der deutschen Grenze hat der Motor endgültig blockiert. War ein bekanntes Problem des hydraulischen Kettenspanner aber: Hey Leute, da war Garantie drauf und am Anfang wwar nur der Öldruck bei Leerlauf und niedrigen Drehzahlen betroffen. Neuen Motor bekommen und ab dann hat mir das orange Teil nur noch ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert. Hat bis 2008 gehalten. Dann hatte ich auf Teneriffa einen kleinen bedauerlichen Zwischenfall. Das schöne Motorrad wurde in Einzelteilen verkauft.

Mit der Werkstatt ging es weiter, viel gearbeitet und paar Sachen gemacht, die - ich sag mal - nicht besonders durchdacht waren. Aber darüber will ich nicht reden. 🫢

Durch die 7-Tage-Woche hab ich Probleme mit dem Fuß bekommen und 2007 hab ich mich dann entschlossen die Werkstatt aufzugeben und bin noch mal zurück ins Klassenzimmer. Erst hab ich allerdings einen Urlaub geplant und wollte mir einen Traum erfüllen. KTM Adventure nach USA verschickt, alles geplant mit der Verwandschaft in der USA. Und dann lassen mich die Amerikaner nicht einreisen. Jetzt steht mein Motorrad in der USA und ich stehe hier in Regensburg. Hat ein Jahr gedauert bis das Ding wieder da war. Statt Urlaub gab es jetzt Schulbank: Weiterbildung zum Technischne Betriebswirt und Technischne Redakteur. Beide bestanden.

Nachdem das Motorrad wieder da war, ging es mal wieder in den Sandkasten nach Marokko und mit der Fähre nach Teneriffa zum Sprache lernen und feiern. Nach einer harten Nacht ging es hoch zum Teide auf über 2000 m. Irgendwie war das zuviel für mich und ich hatte einen kurzen Aussetzer. Blöd war blos das ich noch auf dem Motorrad gesesssen bin und bewußtlos in das Heck von einem Auto gefahren. Über 2200 Höhenmeter in 15 Minuten, 4 Stunden Schlaf und wahrscheinlich noch Restalkohol sind keine gesunde Kombo.

Flug mit Haubschrauber vom Teide runter und ab in die Uniklinik nach Santa Cruz. Eigentlich ging es mir gut, bisschen Schmerzen im Handgelenk aber sonst merkte ich nichts. Uniklinik Teneriffa kann ich nicht empfehlen. Wenn es sich vermeiden lässt, dann sucht euch was anderes. Erst hat sich 6 Stunden keiner um mich gekümmert und ich konnte mich ausschlafen. Als is dann richig Schmerzen bekommen habe, musste ich erst ein paar Zettel unterschreiben und dann hat sich jemand erbarmt und um mich gekümmert. Da hab ich schon ausgesehen als ob ich schwanger bin, mit meinen aufgeblähtem Bauch.

Dann irgendwas zum Einschlafen bekomme und im Aufwachraum wieder Wach geworden. Ein deutscher Arzt hat mich aufgeklärt: Milzriss, hoher Bluterlust und irgendwas am Magen oder Darm. Milz rausgeschnitten und irgendwas noch am Magen oder Darm gemacht. Nichts zu trinken nach der OP und es hat vier Tage gedauert bis ich wieder was zum Essen bekomme. Dann auch noch einen Krankenhaus Virus oder irgendwas eingefangen - Einzelzimmer, Quarantäne, Fieber kam schubweise mit über 40°C, nichts zum trinken - mir ging richtig scheiße. Ich hatte 5-6 Tage das Gefühl, dass ich da nie wieder raus komme und in der Klinik sterben werde. An diesem Aufenhalt hatte ich zu knabbern. Diese Erfahrungen hat mich verfolgt. Ich weiß bis heute nicht genau was ich hatte, im Krankenhaus hat nie jemand mit mir gesprochen.

Zurück in Deutschland und ein paar Arztbesuche später ist dann die Entscheidung gefallen: Nicht nach einem Job zu suchen sondern die paar Jahre die ich noch habe, zu geniessen und noch ein bisschen was von der Welt zu sehen.

YouTube war im kommen, es gab die ersten Actioncams, Influencer gab es noch nicht aber genau sowas hab ich mir vorgestellt. Erste Webseite (ready-to-race.de) erstellt, erste Videos gemacht und nochmal nach Gran Canaria zum Spanischen lernen und um meine "influencer" Karriere zu planen beginnen.

Erste Aufnahmen mit einer Actioncam von mir sind aus Cran Canaria, Teneriffa und La Gomera. Noch mit der wunderschönen, orangen KTM 950 Adventure S. Mit Mivv Auspuff, selbstgemachte Sommerdoors mit K&N Luftfilter, Nadel im Vergaser eins höher gehängt, kurz übersetzt und orange lackierten Koffern.

Und dann kommt es ganz anders als man denkt.